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Brutsaison 2025 - Eine Übersicht

Im Berichtszeitraum wurden die Forschungsarbeiten hauptsächlich von MSc. Charel Klein (LUX) und MSc. Alice Buhagiar (I) durchgeführt. Wegen geringen Schneefalls im Winter und schneller Schneeschmelze im Frühling, war 2025 bisher der frühste Start für die Brut von Schneesperlingen im Untersuchungsgebiet. Das erste Ei wurde voraussichtlich bereits am 6. Mai gelegt. An 26 Niststandorten wurden die Gelege untersucht. Im Durchschnitt wurden 4 Eier pro Gelege gelegt. Insgesamt wurden 77 Küken diese Saison untersucht.  Mit der Beringung von Vögeln am Nistkasten und an Fangstellen konnten 151 gefangenen Vögel genau und individuell erfasst, vermessen, sowie nach Parasiten untersucht werden. Beobachtungen vom Team, sowie die Mithilfe von Freiwilligen erbrachten insgesamt 608 Ringfunde von 125 Individuen. Neben den Niststandorten in den Nistkästen wurden auch die Bruten in Felsen kartiert. Mit dem Ende der Saison 2025 sind nun 82 Brutstandorte und 258 Nistmöglichkeiten bekannt. Knapp 40% dieser Standorte wurden diese Saison von Schneesperlingen genutzt.

Zusammenfassung Beringung

 

Diese Saison konnten 151 Schneesperlinge beringt und untersucht werden (Tabelle 1). Die Zahl lässt sich aufteilen in 77 Küken, 7 Juvenile und 67 adulte Schneesperlinge. 85% der adulten Vögel waren Erstfänge. Ein Geschlecht konnte bei 40% der Tiere (adulte) bestimmt werden.

Tabelle 1: Vergleich der Beringungszahlen von 2021 bis 2025. Die Tabelle zeigt die gesamte Zahl gefangener Vögel an und wie viel davon Küken, juvenile und adulte Vögel waren. Zudem wird für die Anzahl der Adulten angezeigt, wie viele Vögel zum ersten Mal einen Ring erhalten haben, und der Anteil für Männchen und Weibchen ist angegeben.

Jahr Vögel gesamt Küken Juvenil Adult Erstfänge Männchen Weibchen
 2021 79 56 0 23 17 6 17
2022 74 42 4 35 30 16 19
2023 148 68 3 77 65 39 37
2024 161 49 3 109 89 53 29
2025 151 77 7 67 57 4 23

 

Zusammenfassung Beobachtungen

Die Anzahl an Beobachtungen von beringten Schneesperlingen (Ringablesungen) konnte dieses Jahr verdoppelt werden. Auch ist der Anteil beringter Vögel unter den beobachteten um mehr als 70% gestiegen. Mögliche Erklärungsgründe dafür:

  • Die Arbeit von zwei Feldassistenten im Feld und eine längere Feldarbeit ermöglichten mehr Sichtungen.
  • Der größte Teil der Population ist beringt, was in weniger Beringungen von Individuen und mehr Ringablesungen resultierte.
  • Die Zusammenarbeit mit mehreren Freiwilligen, die auch unabhängig von der Feldarbeit Ringe abgelesen haben, führte zu mehr Ringablesungen.

 

Tabelle 2: Vergleich der Anzahl an gesamten Beobachtungen und der gefundenen Individuen während der letzten vier Jahren.

Jahr Anzahl Beobachtungen Anzahl Individuen
2022 8 5
2023 355 54
2024 300 89
2025 608 125

Zusammenfassung Brutmonitoring

Zum Brutmonitoring gehört die Kontrolle von Bruterfolgen in Nistkästen, die an den Gebäuden entlang der Großglocknerstraße angebracht sind. Seit 2023 befinden sich dort 42 Nistkasten, sowie 20 zusätzliche Nestmöglichkeiten (z.B.: Dachspeicher, Hummelkasten, etc.). Außerdem gehört zum Brutmonitoring die Begehung von ausgewählten Kartierungsstrecken im Nationalpark Hohe Tauern.

Die meisten Bruten befanden sich dieses Jahr in Felswänden (33%), in Drainagelöchern entlang der Straße (25%) und in Nistkästen (19%). Dabei sind vor allem die Drainagelöcher als Gefährdung zu betrachten, da hier sowohl Elterntiere als auch die Küken beim Ausflug von vorbeifahrenden Autos nicht selten getötet werden. Vor allem rasende Autos außerhalb der Stoßzeiten führten dieses Jahr zur Tötung von zwei Küken und einem sehr erfahrenem Elterntier.

Das Untersuchungsgebiet beträgt mittlerweile etwa 28km2 (Nördlichster Punkt: 47.128 12.815; Südlichster Punkt: 47.064 12.827) im Nationalpark Hohe Tauern und befindet sich in den zwei Bundesländern Salzburg und Kärnten. Zur Kartierung werden ausgewählte Steilwände zwei bis dreimal in der Saison besucht und begutachtet. Neun neue Standorte konnten dieses Jahr gefunden und kartiert werden.

 

Die Saison 2025 startet früher als üblicher. Die ersten Eier wurden bereits am 6. Mai gelegt und die ersten Küken schlüpften am 22. Mai. Im Vergleich zu 2024 ist dies 10 Tage früher. Grund für den frühen Start war der geringe Schneefall im Winter und die schnelle Schneeschmelze. Neuschnee während des Untersuchungszeitraumes wurde mindestens dreimal festgestellt. Dieser blieb für mehrere Tage liegen und führte während der kritischen Phase (Küken bis Alter Tag 5) zum Verlust des Geleges oder Jungtiere.

Jahr Bekannte Brutstandorte Genutzte Brutstandorte Bekannte Nester Besetzte Nester
  Alle NK Fels Straße Alle NK Fels Straße Alle NK Fels Straße Alle NK Fels Straße
 2021 16 13 1 5 14 11 1 3 66 31 1 10 29 17 1 5
2022 46 11 17 16 38 6 12 14 136 27 50 25 94 13 41 20
2023 59 19 22 20 30 11 6 13 163 39 54 36 72 17 22 22
2024 73 19 30 24 38 11 12 12 225 37 86 46 74 15 26 18
2025 82 19 36 26 42 12 16 13 258 37 110 55 96 18 32 24

Neue Erkenntnisse

  1.  Wegen schlechter Wetterverhältnisse konnten bei einigen Nester drei Elternteile festgestellt werden, die bei der Aufzucht mitgeholfen haben. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um die Jungtiere vom Vorjahr.
  2. Die kritische Phase für Küken scheint von Tag 0 bis Tag 5 zu sein. Schneefälle während dieses Zeitraums, die zu einer geschlossenen Schneeschicht für mehrere Tage sorgen, führen zum Verlust der Jungtiere oder ganzer Bruten.
  3.  Es ist davon auszugehen, dass letztes Jahr ähnliche Bedingungen zum gleichen Ergebnis führten und es wenige Nachkommen 2024 gab. In den letzten Jahren konnten selten vorjährige Küken festgestellt werden, da diese wohl erst nach ein paar Jahren wieder ins Gebiet kommen.
  4. Der Fang von Schneesperlingen außerhalb des Untersuchungsgebietes in anderen Gebirgsstöcken im Winter hat gezeigt, dass einige von den Individuen in abgelegenen Gebirgszügen überwintern.

Forschende im Projekt vor Ort:

 

  • Ms Sc. Alice Buhagiar (I), Feldassistentin für die Saison 2025
  • PD. Dr. Sabine Hille (D), Privatdozentin an der Universität für Bodenkultur Wien, Leiterin, des Projektes, unterstützte die Feldarbeit für eine Woche.
  • Ms Sc. Charel Klein (Lux) Feldassistent
  • Emilia Schlotfeld (A): Durchführung der Masterarbeit: Der Einbau von Fasern anthropogenen und tierischen Ursprungs ins Nest bei einem hochalpinen Singvogel (Montifringilla nivalis), eine Ursachenanalyse.
  • Fortbildung für mehrere Studenten aus den Universitäten VedMed Uni Wien, BOKU University und Universität Innsbruck währenden einigen Tagen im Untersuchungsgebiet. Darin enthalten: Durchführung von Kartierungsgängen, Beobachtungen von markierten Vögeln, Anlernen von Brutmonitoring, Vorgängen an Nistkästen Kontrollen, Fang von adulten Vögeln im Feld, Vermessung von Küken am Nistkasten.

Social media post von der Feldarbeit

 

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