Mit dem Pfitscher Joch erweitert der Verein Alpine Biodiversity sein Netzwerk um ein hochalpines Untersuchungsgebiet von besonderer ornithologischer Bedeutung. Der Pass in den Zillertaler Alpen bildet einen wichtigen Übergang zwischen Nord- und Südtirol und ist seit Langem als Zugroute für zahlreiche Vogelarten bekannt.
Ein bedeutender Alpenpass für den Vogelzug
Bereits frühere Studien haben die Relevanz des Pfitscher Jochs für den Vogelzug aufgezeigt. In den vergangenen Jahren wurde diese Bedeutung im Rahmen eines Beringungsprojekts erstmals systematisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Singvögel als auch Greifvögel und andere Großvögel den Pass regelmäßig nutzen.
Darüber hinaus spielt das Gebiet auch für den Insektenzug sowie für Fledermäuse eine wichtige Rolle. Letztere werden im Rahmen des Projekts gezielt erfasst, wobei die Daten unter anderem der Koordinationsstelle für Fledermausschutz- und forschung Österreich (KFFÖ) zur Verfügung gestellt werden.
Forschung und Monitoring vor Ort
Die Arbeiten am Pfitscher Joch umfassen mehrere methodische Ansätze:
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Beringung von Singvögeln zur Untersuchung von Zugstrategien
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Standardisierte visuelle Zugbeobachtungen
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Akustisches Monitoring des Nachtzugs
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Einsatz von Wärmebildtechnik zur Erfassung von Großvögeln
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Erfassung von Fledermäusen und Insektenzug
Diese Kombination ermöglicht eine umfassende Erfassung von Zugbewegungen verschiedener Tiergruppen in einem hochalpinen Umfeld.
Fokusart Steinadler
Ein besonderer Schwerpunkt der zukünftigen Arbeiten befasst sich mit dem Steinadler. Als charakteristische Art des alpinen Raums eignet sich der Steinadler hervorragend, um großräumige Bewegungsmuster, Raumnutzung und potenzielle Veränderungen im Verhalten zu untersuchen. Durch gezieltes Monitoring sollen langfristig belastbare Daten zur Nutzung des Pfitscher Jochs durch diese Art gewonnen werden.
Neue Erkenntnisse und seltene Arten
In den letzten Jahren konnte die Artenliste deutlich erweitert werden. Neben häufigen Zugvögeln wurden auch naturschutzrelevante und seltene Arten dokumentiert, darunter Greifvogelzug in bislang unterschätztem Ausmaß sowie mehrere neue Arten für das Gebiet.
Solche Beobachtungen unterstreichen die Bedeutung des Pfitscher Jochs als bislang wenig untersuchtes, aber äußerst relevantes Zuggebiet in den Alpen.
Ein wichtiger Baustein für die alpine Biodiversitätsforschung
Durch die Integration in den Verein Alpine Biodiversity werden die Untersuchungen am Pfitscher Joch langfristig gesichert und in einem größeren wissenschaftlichen Kontext eingebettet. Ziel ist, die gewonnenen Daten mit anderen alpinen Standorten zu vergleichen und so ein besseres Verständnis von Zugbewegungen im Alpenraum zu entwickeln. Langfristig leisten die Arbeiten einen wichtigen Beitrag zur Erforschung klimabedingter Veränderungen sowie zur Identifikation bedeutender Wanderkorridore für verschiedene Tiergruppen im Hochgebirge.
#Beringungstation Pfitscher Joch
Mitarbeit im Herbst 2026
Für die Herbstsaison 2026 werden motivierte Helferinnen und Helfer gesucht, die das Projekt vor Ort unterstützen möchten. Die Mitarbeit umfasst unter anderem Beringungstätigkeiten, Zugbeobachtungen sowie die Mithilfe bei der Erfassung von Fledermäusen und anderen Tiergruppen. Erfahrung in der Vogelberingung ist von Vorteil, ebenso Kenntnisse im Umgang mit Fledermäusen oder Interesse an alpiner Feldarbeit. Voraussetzung sind Teamfähigkeit, Flexibilität sowie die Bereitschaft, auch unter anspruchsvollen Wetterbedingungen im Hochgebirge zu arbeiten.
