Die Auswertung unserer Winterdaten ist größtenteils abgeschlossen –
und die Ergebnisse sprechen für sich.
Gleichzeitig möchten wir uns herzlich bei allen bedanken, die uns in dieser intensiven Saison unterstützt haben.
Ohne diese Hilfe wäre ein Monitoring in diesem Umfang nicht möglich.
Deutliche Steigerung bei den Fangzahlen
Im Winter 2026 konnten insgesamt 1.040 Vögel gefangen und beringt werden.
Zum Vergleich: In den vergangenen sechs Jahren wurden insgesamt rund 1.430 Schneesperlinge beringt. Damit wurde innerhalb einer einzigen Saison etwa 73 % der Gesamtfangzahlen der letzten sechs Jahre erreicht – ein deutlicher Hinweis auf die außergewöhnliche Intensität und Effizienz der diesjährigen Feldarbeit.
Die Fangaktivität konzentrierte sich dabei insbesondere auf den Spätwinter, mit einem klaren Höhepunkt im März. Dies spiegelt sowohl den erhöhten Arbeitseinsatz in dieser Phase als auch saisonale Veränderungen in der Aktivität und der Nachweisbarkeit der Vögel wider.
Auffällig ist zudem der hohe Anteil an Erstfängen (908 Individuen). Dies deutet darauf hin, dass ein großer Teil der erfassten Vögel bislang nicht in unserem Datensatz vertreten war. Mögliche Ursachen hierfür sind eine verbesserte räumliche Abdeckung des Monitorings sowie eine bislang unterschätzte Nutzung des Untersuchungsgebiets.
Gleichzeitig liefern die dokumentierten Wiederfänge und Kontrollfänge eine wichtige Grundlage für weiterführende Analysen, insbesondere im Hinblick auf Überlebensraten, Standorttreue und Populationsdynamik.
Insgesamt stellen die Fangzahlen des Winters 2026 somit nicht nur eine quantitative Steigerung dar, sondern bedeuten auch einen deutlichen Zugewinn an Aussagekraft und Qualität der erhobenen Daten.
| Status | Januar | Februar | März/April | Gesamt | |||
| Kühtai | Zettersfeld | Kühtai | Schmittenhöhe | Zettersfeld | Schmittenhöhe | ||
| Erstfang | 34 | 168 | 93 | 54 | 53 | 560 | 908 |
| Wiederfang | 0 | 11 | 3 | 1 | 2 | 51 | 68 |
| Kontrollfang | 11 | 13 | 9 | 1 | 1 | 29 | 64 |
| Gesamt | 45 | 192 | 105 | 56 | 56 | 640 | 1040 |
| Geschlecht | Im Schnitt | ||||||
| Unbekannt | 42 | 20 | 106 | 17% | |||
| Männchen | 151 | 58 | 414 | 58% | |||
| Weibchen | 44 | 29 | 176 | 25% | |||
| Alter | Im Schnitt | ||||||
| Euring Code: 4 | 84 | 37 | 252 | 36% | |||
| Euring Code: 5 | 50 | 21 | 189 | 25% | |||
| Euring Code: 6 | 103 | 49 | 255 | 39% | |||
Umfangreiche Datengrundlage durch Beobachtungen
Neben den Fangzahlen wurden auch umfangreiche Beobachtungsdaten erhoben. Insgesamt wurden rund 4.500 Beobachtungen von 1.173 Individuen dokumentiert.
Diese breite Datengrundlage ermöglicht, Bewegungsmuster und Aufenthaltsdynamiken deutlich besser zu verstehen.
Verbindungen zur Glocknerregion
Besonders erfreulich ist der Nachweis mehrerer Individuen aus der Glocknerregion. Darunter befand sich auch ein bereits zehnjähriger Vogel, was wertvolle Hinweise auf die mögliche Lebensdauer und Standorttreue lieferte.
Solche Wiederfunde sind für das langfristige Verständnis der Population von großer Bedeutung.
Erfolgreiche Nachweise aus dem Vorjahr
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wiederbeobachtung von etwa 20 % der im Vorjahr geschlüpften Jungvögel. Diese Rückmeldungen liefern entscheidende Hinweise zur Überlebensrate und Integration junger Vögel in die Population.
Internationale Wiederfunde
Auch der internationale Austausch konnte weiter bestätigt werden. So wurde erneut ein Vogel aus der Schweiz bei uns nachgewiesen. Gleichzeitig konnten „unsere“ beringten Vögel sowohl in der Schweiz als auch in Italien wiedergefunden werden.
Diese Funde unterstreichen die weiträumigen Bewegungen der Art und die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Monitoring.
| Januar | Februar | März | April | Gesamt | ||
| Zählungen | Beobachtungen | 635 | 102 | 1500 | 1232 | 4509 |
| Beringung | 237 | 107 | 448 | 248 | ||
| Individuen | 340 | 200 | 607 | 603 | 1173 | |
| Aus der Glocknerregion | 13 | 7 | 43 | 45 | 53 | |
| Küken von 2025 | 3 | 4 | 14 | 11 | 17 | |
| in anderen Ländern | 1 | 3 | 0 | 0 | 4 | |
| aus anderen Ländern | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | |
Fazit
Der Winter 2026 ist eine der erfolgreichsten Saisonen in unserer bisherigen Arbeit. Die Kombination aus hohen Fangzahlen, zahlreichen Wiederfunden und umfangreichen Beobachtungsdaten bildet eine außergewöhnlich wertvolle Grundlage für zukünftige Analysen und Schutzmaßnahmen.
Wir danken allen Beteiligten für ihren Einsatz und freuen uns darauf, die gewonnenen Erkenntnisse in die kommende Saison mitzunehmen.
Ein paar Eindrücke von der Wintersaison:
Autor: Charel Klein








































